Durchgehender Grünzug entlang der Ringbahn


Was bisher geschah…
Die staatseigene Deutsche Bahn hat bereits große Teile des ehemaligen Bahngeländes (hellgrüne Flächen entlang der Ringbahn) an einen Investor verkauft, unter äußerst dubiosen Umständen. Das gilt für den ehemaligen Güterbahnhof auf der linken Seite der Greifswalder Straße sowie für kleinere Teilflächen auf der rechten Seite. Auf diesen Grundstücken gibt es bisher (Stand März 2016) keinerlei Baurecht.

Mit Bezug auf die vorhandenen Hochhäuser im Thälmannpark hofft der Investor an dieser Stelle von der in Berlin geltenden Traufhöhe abweichen zu dürfen und strebt die Genehmigung von 21- stöckigen Hochhausneubauten auf der Teilfläche links der Greifswalder Straße an. Wir vermuten, dass darauf weitere Hochhäuser auf dem noch größeren Bahngelände rechts der Greifswalder Straße folgen sollen. Eine solche zusätzliche, hohe Bebauung im ohnehin schon extrem dichtbesiedelten Prenzlauer Berg verspricht zwar hohe Renditen auf dem inzwischen stark auf internationale Kunden ausgerichteten Berliner Immobilienmarkt – aus nachhaltiger, stadtplanerischer Sicht halten wir sie jedoch für völlig fehl am Platze. Zudem würde dadurch wohl kaum der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Berlin gekämpft. Stand März 2016 hat nun die SPD Fraktion vorerst die Notbremse gezogen und den Durchmarsch von Investor Gerome und dem Bezirksamt unter Führung von Stadtrat Kirchner verhindert. Die SPD im Bezirk will die Neubebauung auf 400 Wohneinheiten mit Berliner Traufhöhe begrenzen – ob das nun reine Wahltaktik ist (im September 2016 wird in Berlin gewählt), wird sich zeigen.

Was wir uns vorstellen…

Bereits 2011 hatten Bezirksverordnete den Erwerb der Bahnflächen des ehemaligen Güterbahnhofs Greifswalder Straße zur Sicherung wichtiger Infrastrukturbedarfe gefordert. Seitdem hat dieser Bedarf infolge der Bevölkerungszunahme ebenfalls deutlich zugenommen.

Wie man auf der Karte sehr gut erkennen kann, würden die hellgrünen Bahnflächen die bereits vorhandenen Parkanlagen perfekt ergänzen: zu einem durchgehenden Grünzug vom Planetarium im Ernst-Thälmann-Park an der Prenzlauer Allee über eine bereits existierende Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Greifswalder Straße bis hin zum Anton-Saefkow-Park an der Kniprodestraße (oder noch darüber hinaus). Die historische Chance, eine so große, durchgehende Grünfläche mitten in unserem dichtbesiedelten Stadtteil zu schaffen, darf auf keinen Fall vertan werden. Gleichzeitig würde – eingebettet in diese durchgehenden Grünfläche – dringend benötigte öffentliche Infrastruktur (Spiel-, Sport-, Kultur-, Kinder-, Jugend, Seniorenfreizeitmöglichkeiten) geschaffen werden können.

Die meisten Bewohner des Prenzlauer Bergs wissen, wie überfüllt die bestehenden Parkflächen im Volkspark Friedrichshain und Mauerpark sind. Neben dem hohen Erholungs- und Lebenswert solcher grünen Freiräume für die BewohnerInnen spielen solche Kaltluftschneisen auch stadtökologisch eine große Rolle, denn sie können eine zu starke Aufheizung der Stadt verhindern. Der Klimawandel wird zukünftig immer häufiger und stärker eine Aufheizung der dicht bebauten Berliner Innenstadt bewirken, daher weist der Stadtentwicklungsplan Klima diesen Flächen entlang der S-Bahn eine hohe stadtklimatische Bedeutung zu und weitere bauliche Verdichtung soll folgerichtig unterlassen werden.

Die konkrete Gestaltung dieses Grünbandes sollte also die Schaffung von möglichst großen, zusammenhängenden Freiflächen zum Ziel haben und, wie die anderen Areale auch, allen Menschen zugänglich sein. Vorhandene Gebäudestrukturen (z.B. die ehemaligen Bahngebäude) können für die benötigte öffentliche Infrastruktur genutzt werden.

Ab 01. Juni 2016 sammeln wir Unterschriften für unseren Einwohnerantrag „Planverfahren Grünzug“, den Antrag wollen wir im Herbst 2016 der neu gewählten BVV Pankow vorlegen – machen Sie mit!